Frage

Rassismus bekämpfen fängt im Kleinen an, oder ist es eher Zeitverschwendung, weil man klotzen muss statt kleckern?

Bild von meierdings

Bin da auf eine Seite gestoßen, die sehr gut als Ergänzung zu den Aktivitäten in der Bundesliga passt.

Die Aktion heißt "Fussballvereine gegen Rechts" http://www.fussballvereine-gegen-rechts.de/fg...

Die Seite hat auch schon Preise gewonnen, scheint aber relativ unbekannt zu sein. Ich habe auch zum ersten Mal von ihr erfahren.

Es geht scheinbar darum Vereine der eher "unteren" Klassen anzusprechen. Finde ich sinnvoll, weil der Rassismus des Alltags gerade dort eher spürbar ist, als in den oberen Ligen.

Und um es in der hier üblichen Frageform zu verpacken:

Rassismus bekämpfen fängt im Kleinen an, oder ist es eher Zeitverschwendung, weil man klotzen muss statt kleckern?

Leser-Kommentare ()

  1. Bild von Bogo

    Ganz unten ist genau richtig,
    in den Familien,in den Vereinen,in der Schule und auf der Arbeit ist man damit konfrontiert.
    Bei der Familie hat man da wohl keine Chance das sehe ich bei den Freunden meiner Kinder(Migrationshintergrund)
    Da müssen viele deutsche Kinder ihre Freundschaft mit Ausländern verbergen,weil die Eltern es nicht gerne sehen.
    Früher oder später werden diese Kinder es aufgeben und die Meinung der Eltern teilen.
    Im Verein ist es sehr gut Möglich den Rassismus zu bekämpfen,denn man feiert gemeinsame Erfolge und trauert gemeinsam um Verluste.
    In der Schule sehe ich leider mehr Rassismus als in den Vereinen,hier hat man nicht das Gemeinschaftsgefühl da ja das lernen im Vodergrund steht.
    Da ist sich erst mal jeder selbst der Nächste,obwohl ich sagen muss das an unserer Schule ein Pädagoge sich mit diesem Thema intensiv auseinander setzt.
    Doch habe ich das nur über Umwege erfahren und es wird an der Schule nicht besonders auf das Thema eingegangen.
    Auf der Arbeit habe ich mit dem Aspekt Rassismus eigentlich nichts zu tun,schliesslich hat mein Chef mich ja eingestellt,doch er lässt mich seinen Rassismus anders spüren,nämlich in Form von Anti-Islamismus.
    Ich kann mit ihm diskutieren,doch gibt es da natürlich Grenzen,ich will ja schliesslich meinen Job behalten.
    Somit hat sich die Arbeit mit Vereinen heraus kristallisiert,die sollte man nicht unterschätzen.
    Das einzige Manko ist die Tatsache das sich viel zu wenige Ausländer engagieren denn grade ihre Einstellung zu diesen Dingen,könnte viele Jugendliche ansprechen.

  2. Bild von Waechter

    Im Kleinen, das ist doch der Alltag. Natürlich ist das sehr wichtig und richtig dort was zu tun, denn dort entscheidet sich doch Erfolg und Misserfolg.

  3. Bild von normaler_bürger

    "Da müssen viele deutsche Kinder ihre Freundschaft mit Ausländern verbergen,weil die Eltern es nicht gerne sehen."

    Das finde ich aber sehr bedrückend. Wenn ich Ihren Beitrag lese, dann muss ich feststellen, dass ich viele Dinge bisher gar nicht so richtig wahrgenommen habe. Gerade was die Arbeit anbelangt, bin ich es durch meine Familie seit 10 Jahren gewohnt, dass man weltweit mit allen möglichen Nationen zusammenarbeitet. Für mich ist dies eigentlich schon zum ganz normalen Alltag geworden. Wenn man also z.B. einen Kollegen wegen einer Terminabstimmung anrufen möchten, dann stellt man höchstens die Frage in welcher Sprache muss ich dies tun und wie spät ist es bei dem Kollegen jetzt eigentlich? Kann ich den noch anrufen ohne dass ich ihn aus dem Bett klingele?

    Deshalb ist es für mich sehr befremdlich und völlig unverständlich wenn ich auf Rassismus treffe. Das bringe ich dann auch zum Ausdruck und ich denke man hat schon einen gewissen Einfluss auf sein Umfeld. Auch wenn es vielleicht rassistische Äußerungen gibt, sobald ich anwesend bin, gibt es sie jedenfalls nicht mehr, denn die meisten wissen sehr genau wie ich dazu stehe. Das hilft vielleicht nicht sofort die Einstellungen der Anderen zu ändern, aber Jugendliche und Kinder registrieren das Verhalten der Erwachsenen schon recht genau und vielleicht merken sie auch, dass die Gruppe, die vorher noch schön "abgelästert" hat, ganz plötzlich still ist wenn eine bestimmte Person dazu kommt. Und dies nicht, weil die Person einen Migrationshintergrund hat, sondern weil sich die Gruppe nicht so recht in ein kontroverses Gespräch verwickeln lassen möchte. Ich hoffe, dass auch so etwas eine positive Wirkung auf Kinder und Jugendliche hat, ganz gleich in welcher Rolle ich gerade unterwegs bin.

  4. Bild von Bogo

    @normaler_Bürger,
    Ich wollte damit nicht die Arbeit der deutschen Trainer oder anderer Ehrenamtlicher unterbewerten,natürlich bin ich froh über jeden der etwas tut um den Kindern einen ordentlichen Umgang mit seinen Mitmenschen zu vermitteln.
    Diese Arbeit egal von wem sie ausgeht ist sehr wichtig,nur muss sie auch von ausländischen Mitbürgern mehr unterstüzt werden.
    Wir hatten in unserem Stadtteil einen klasse Fussballtrainer,türkischer Herkunft und was zum Schluss von der Mannschaft übrig blieb war ein Dutzend türkischer Spieler und keinen Trainer mehr.Alle Deutschen sind geflüchtet und der Trainer ist geflüchtet weil er gesehen hat,wie wenig seine Arbeit bei den Familien ankam und wie wenig sie sich selber beteiligten.
    Soviel zu Solidarität.
    Ich habe früher auch viele Dinge nicht wahrgenommen da ich als westlicher Ausländer garnicht soviele Probleme hatte,dank meiner Deutschkenntnisse und einer Erziehung in einem katholischen(deutschen)Haus.
    Als Ausländer aus den islamischen Staaten hat man es da halt schwerer.
    Ganz gleich in welcher Rolle.Stimmt,denn es gibt immer genug Dikriminierung,nicht nur von Ausländern.
    Schon schade, dass es nicht genug Toleranz gibt gegen Andere.

  5. Bild von normaler_bürger

    Ja, da kann ich nur zustimmen, mehr Toleranz / Akzeptanz würde ich mir auch wünschen!

  6. Bild von Bogo

    Auf dieser Seite findet man Links, zu Seiten die einem bei der eigenen Arbeit gegen Rassismus behilflich sein können.
    http://www.josef-winkler.de/fileadmin/user_up...
    Gruss Bogo

  7. Bild von Bogo

    Lasst uns friedlich feiern, so lautet der Slogan eines Handzettels, den die Islamische Kulturunion in unserer Stadt im Rahmen der EM verteilt hat.
    Zwei Gegner- Zwei Freunde
    Das Spiel 90 Minuten, die Freundschaft ein Leben lang. Lasst unsere Freundschaft siegen!

    Als ich das gelesen habe, war ich schon gerührt.
    Ist es möglich, mit solchen kleinen Aktionen, das Herz und Hirn unserer Mitmenschen zu erreichen?
    Ich empfinde es immer als große Berreicherung, wenn sich die Menschen die der Ausländerfeindlichkeit ausgesetzt sind, zu Wort melden und beweisen können das da mehr ist, als der gleiche Zorn der von Nazis auf sie ausgeht.
    Ein schönes Beispiel für Integration, auch die der Moslems in diesem Land.

    Gruss Bogo

  8. Bild von Bogo

    @Alle,
    Schade das zu diesem Thema keiner was zu sagen hat, ich hätte schon gedacht das man hier ein paar Anregungen erhalten könnte, für seinen eigenen Umgang mit der Arbeit von solchen Vereinen.
    Wie sieht es denn mit dem Wirken der User aus, was tun sie im Kleinen für mehr Toleranz gegen Andere.
    Sicher ist doch jemand in einem Verein, wie sieht es dort aus?
    Ich hätte gern ein paar Anregungen, auch wenn es nicht meine Frage war.

    Gruss Bogo

  9. Bild von meierdings

    Wie ich in den letzten Tagen festgestellt habe, sind einerseits viele User nicht mehr aktiv, ausgeschlossen oder einfach weg und andererseits gibt es diese Frage, die ich gestellt habe bereits in den verschiedensten Variationen (Thema ...Kleine oder große Fische .. zum Beispiel) ist mir aber jetzt erst aufgefallen. Genauso wie es andere Fragen auch in verschiedensten Variationen gibt. Irgendwann ist zu einem Themenkomplex oder zu einer Frage alles geschrieben.

    In meinem Verein gibt es weder Probleme mit ausländerfeindlichen Sprüchen noch mit anderen Erscheinugsformen des Rechtsextremismus. Aber das kann auch an der Sportart liegen, die ich betreibe. (Keine Breitensportart)

  10. Bild von Leo Davidovitsch

    @8

    Wie sieht es denn mit dem Wirken der User aus, was tun sie im Kleinen für mehr Toleranz gegen Andere.

    nichts.

    Wenn Leute lieb zu mir sind, bin ich auch lieb zu ihnen.

  11. Bild von Bogo

    @Leo
    Wenn Leute nicht lieb zu mir sind, versuche ich heraus zu finden warum sie es nicht sind und wenn sich Leute lustig machen über meine Fragen suche ich evtl. den Fehler bei mir, aber mich für meine Mitmenschen einsetzen kann ich am besten ohne Ironie, denn dann liegt der Fehler wirklich nicht bei mir.

    Gruss Bogo

  12. Bild von Bogo

    @meierdings,
    Sie haben Recht, ich wende mich dann mal wieder den aktuellen Themen zu.
    Gruss Bogo

  13. Bild von Leo Davidovitsch

    @Bogo

    Sie stellen hier eine Frage und sind dann beleidigt, wenn die Antwort nicht so ausfällt, wie Sie es sich vorgestellt haben.

    Ich engagiere mich nicht in solchen Vereinen und ich habe auch immer unterbunden, daß meine Kinder damit ihre Zeit verschwenden.

    Der Grund liegt einfach darin, daß diese Vereine nicht nur nichts bewirken, sondern ein friedliches Zusammenleben zwischen verschiedenen Rassen, Ethnien u.ä. sogar beeinträchtigen. Xenophobie ist meiner Meinung nach eine dem Menschen innewohnende Haltung, die ethnologisch bedingt ist und nicht ausschließlich bei Deutschen anzutreffen ist.

    Beispiel:

    In einer anderen Diskussion in dieser Plattform berichtet ein jüdischer Junge, daß in seiner Klasse im Anschluß an das Thema Holocaust/2. Welkrieg antisemitische Äusserungen zugenommen hätten. Er sei sich nun unsicher, ob er sich als Jude outen solle oder nicht (mein Tip: NEIN!).

    Bitte erwarten Sie also nicht, daß Sie mir hier einen Köder hinwerfen und ich bedingungslos hinein beisse.

    Es gibt nun mal Gutmenschen und es gibt Realisten.

  14. Bild von Bogo

    @Leo,
    Sehen sie, wenn man dazu nichts zu sagen hat, dann unterlässt man einen Kommentar, so wie ich es bei dem jüdischen Jungen tue.

    Wenn sie ihre Kinder allein besser hinkriegen, Bravo.

    Xenophobie ist anerzogen, denn kein Kind kommt mit einer Phobie auf die Welt.

    Gruss Bogo

  15. Bild von Herzdoktor

    Bogo, da stimme ich eindeutig nicht zu, die Meinung der Eltern wird nur dann an die Kinder übertragen, wenn die Kinder ohne Kontakten zu den Kinder mit Migrationhintergrund aufwachsen. Das selbes betrifft auch die muslimische Kinder, denken Sie wirklich, das irgendwo in München, wo in einem Treppenhaus brasilianische, türkische, deutsche und russische Familien leben, die Kinder die Ressentiment von Eltern übernehmen???? NEIN!!!!!!!!!!!!! Das geht nur dann, wenn diese Kinder schlechte Erfahrung mit eigenen Freunden mit Migrationhintergrund bekommen.
    Wissen Sie, ich kenne viele türkische Freunde, die hier keine Probleme haben, ein ist Kinderherzchirurg an der Uniklinik, der andere bereitet sich für Habilitation. Beide sind Kinder der Gastarbeiter, und beide hatten schwere Kindheit gehabt. Beide sind aus Realschule auf Gymnasium gekommen, aber vorher sollten Sie von Einheimischen anhören müssen, dass die Türken auf Gymi gibt es nicht, und von eigenen Landsleuten haben Sie auch nicht gutes gehört. Schwester von meinen Kollegen, heute OP-Schwester, die kein Kopftuch trug wurde von türkischen Jungs angepöbelt und mein Bekannte hat mit denen deswegen Streit gehabt. Aber, auf dem Gymnasium war mit Pöbelei vorbei. Ich muss sagen, dass gerade die Türken, Iraner und Araber, die der Gesellschaft angepasst haben und gute Ausbildung haben, sind sehr gut angekommen und keinerlei diskriminiert. Das trifft auch türkischen und arabischen KFZ- Werkstätten, ich bin da Stammkunde. Die Probleme kommen meistens in Haupt-, seltener in Real und auf Gymnasium gar nicht. Es gibt Probleme in ländlicher Gegend, insbesondere in evangelisch geprägten Ländern. Aber das trifft alle Zuwanderer, auch die Deutschen aus anderen Ortschaften. Ich weiß wovon ich spreche. Das trifft auch die Ghettokinder, die nicht fähig sind eigenes Verhalten neuen Umständen anzupassen.

  16. Bild von Bogo

    @Herzdoktor,
    Das Problem, dass sie immer meinen das ich das Gegenteil von dem sage was sie denken, hatten wir schon öfter.
    Keiner kann sein Kind allein erziehen, es ist immer von äusseren Einflüssen umgeben.
    Die Schule erzieht, der Verein erzieht, der Freundeskreis erzieht und die Familie erzieht.
    Was sie schreiben ist richtig und hat nichts mit dem zu tun was ich mit Leo diskutiert habe.
    Also, ich habe nicht geschrieben das es die Eltern sind die ein Kind zu dem Menschen erziehen, der es einmal sein wird, sondern seine gesamte Umgebung.
    Gruss Bogo

  17. Bild von Herzdoktor

    Bogo, richtig. Mit anderen Worten erzieht Umfeld und ein interkulturelles Umfeld erzieht keine Rassisten.

  18. Bild von Bogo

    Hier noch ein Link der die Religionen, in die Kleinarbeit einbezieht, empfinde ich als einen erwähnenswerten Punkt.

    http://braunraus.blogspot.com/2007/12/bruno-p...

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