Voigt, Udo


Er ist der Chef der NPD: Udo Voigt Foto: © © Sean Gallup/Getty Images

Udo Voigt (Jg. 1952) ist Bundesvorsitzender der NPD. Er hat die Partei ideologisch und strategisch neu ausgerichtet und dadurch ihren Aufschwung in den letzten zehn Jahren ermöglicht.

Sein Vater, sagt Udo Voigt, sei für ihn ein Vorbild: Der war Stabsgefreiter der Wehrmacht und SA-Mitglied. Schon als 16-Jähriger trat Voigt in seinem Geburtort Viersen in die NPD ein, wurde bereits zwei Jahre später in den dortigen Kreisvorstand gewählt. Nach Abitur dem Abitur absolvierte er eine Lehre als Metallflugzeugbauer. 1972 wurde er zur Bundeswehr eingezogen und stieg dort bis zum Rang eines Hauptmanns auf. 1984 musste er aus der Truppe ausscheiden, weil er sich weigerte, die NPD-Mitgliedschaft niederzulegen.

Danach begann Voigts Parteikarriere. Er engagierte sich im bayerischen Landesvorstand (von 1992 bis 1996 Landeschef), sitzt seit 1984 im Bundesvorstand der NPD. Von 1986 bis 1993 leitete Udo Voigt ein Schulungszentrum, das die Partei im norditalienischen Iseo unterhielt – dort "entdeckte" er unter anderem Holger Apfel als Nachwuchstalent. Nebenher studierte Voigt Politologie.

1996 übernahm Udo Voigt den Bundesvorsitz von Günter Deckert, der zu jener Zeit wegen Volksverhetzung und Verharmlosung des Holocaust im Gefängnis saß. Durch einen Kurswechsel beendete Voigt den jahrzehntelangen Niedergang der NPD: Gegen interne Widerstände setzte er eine offene Zusammenarbeit militanten Neonazis durch, in der Parteipropaganda rückte er soziale Themen in den Vordergrund und förderte gezielt den Aufbau von NPD-Strukturen in den neuen Ländern. Voigt propagiert offen die Ablösung der bundesrepublikanischen Ordnung: "Wir empfinden das Gegenwärtige als so negativ, dass wir nichts daran finden, was sich lohnen würde, es zu erhalten", erklärte er im November 1998 in der Parteizeitung Deutsche Stimme.

Unter Voigt verzeichnete die NPD deutliche Mitgliederzuwächse. Nach einer Wahlabsprache mit der DVU gelang der Partei erstmals seit Jahrzehnten in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern wieder der Einzug in Landtage. Voigt selbst errang 2006 ein Mandat für die Bezirksverordnetenversammlung in Berlin-Treptow/Köpenick. Mehrfach musste sich Voigt Ermittlungsverfahren und Gerichtsverfahren wegen Volksverhetzung stellen. Zuletzt wurde gegen ihn wegen eines WM-Planers Anklage erhoben, mit dem die NPD 2006 dunkelhäutige Fußball-Nationalspieler herabgewürdigt hatte. Die NPD nannte die Anklageerhebung "absurd".

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